Nein zur Chaos-Initiative!
Es gibt nur zwei Kantone, deren Bevölkerung in den letzten 50 Jahren um mehr als 80 Prozent zugenommen hat: Freiburg (84 Prozent) und Zug (82 Prozent). Deren Wachstum ist fast doppelt so stark wie das im schweizerischen Durchschnitt (44 Prozent). Was Zug betrifft, kommt hinzu, dass es der einzige Kanton ist, in dem es mehr Beschäftigte (etwa 137’000) als Wohnende (135’000) hat. Fast ein Drittel der Beschäftigten pendeln werktäglich in unseren Kanton. Ein Grossteil dieser Personen gehören zu den 36’000 Zugerinnen und Zugern, die allein zwischen 2011 und 2021 in einen Nachbarkanton zügelten. In anderen Worten: Zug hat das zweithöchste Wachstum in der Bevölkerung und hat zusätzlich dessen Zunahme in den Nachbarkantonen beschleunigt.
Diese Entwicklung ist eine Folge der Tiefststeuerpolitik, die systematisch Firmen und Gutverdienende angezogen und gleichzeitig viele Mittelstands-Familien aus dem Zugerland verdrängt hat. Anstatt die wahren Gründe dieser Fehlentwicklung zu benennen, zielen rechtsbürgerliche Politikerinnen und Politiker auf die Migrantinnen und Migranten. Jede und jeder weiss, dass das Gesundheitswesen oder die Industrie ohne sie in kürzester Zeit zusammenbrechen würden. Wer die Probleme wie die Wohnungs- und Mietzinsnot lösen oder mindestens lindern will, zielt nicht auf Menschen, die systemrelevante Arbeit leisten, sondern auf die völlig verkehrte Steuer- und Standortpolitik im Kanton Zug. Vernunft und Menschlichkeit sagen Nein zur Chaos-Initiative der SVP.
Konradin Franzini, Kantonsrat Grüne, Rotkreuz