Gleichstellung auch beim Steuersystem
Sobald es um Gleichstellung geht, heisst es: zu teuer, zu kompliziert, zu aufwändig. Diese Argumente hören wir nun auch bei der Individualbesteuerung. Dabei geht es um eine überfällige Korrektur eines Systems, das insbesondere Frauen benachteiligt. Im heutigen Steuermodell lohnt sich für viele verheiratete Zweitverdienende zusätzliche Erwerbsarbeit kaum. Das ist kein Zufall, sondern ein strukturelles Problem. Die Individualbesteuerung beseitigt genau diesen Fehlanreiz. Sie stärkt die wirtschaftliche Eigenständigkeit von Frauen und wirkt langfristig gegen Lohn- und Rentenlücken. Interessant ist, dass Milliarden für andere politische Projekte gesprochen werden, während bei Gleichstellung plötzlich jeder Franken zweimal umgedreht wird. Das erinnert an frühere Debatten, etwa um das Frauenstimmrecht oder die Mutterschaftsversicherung, bei denen ebenfalls vor angeblich untragbaren Kosten gewarnt wurde. Gleichstellung zahlt sich aus: gesellschaftlich, wirtschaftlich und demokratisch. Ich stimme deshalb am 8. März überzeugt Ja zur Individualbesteuerung.
Konradin Franzini, Kantonsrat Grüne Risch-Rotkreuz, Rotkreuz